Schlagabtausch Heidelberg

Der BDSM- und Fetisch-Stammtisch in Heidelberg

DS- und SM-Rituale im Alltag

Der erste gesonderte Themenabend außerhalb der Stammkneipe fand bei Thomas und Ans im Wohnzimmer statt. Die intimere Atmosphäre, die der private Rahmen ermöglicht hat, wurde von allen Teilnehmern als positiv empfunden.

Als kurze Einleitung wurde der Themenbegriff der verschiedenen "Rituale im Alltag" umrissen. übereinstimmend wurde hier festgestellt, dass die meisten ritualisierten kleinen Gewohnheiten zwischen Partnern sowieso eher unter der Sparte "DS" laufen - denn die wenigsten dieser festen Rituale lassen sich wohl als reine SM-"Programmpunkte" bezeichnen.

Auf dieser Ebene sollte also der gegenseitige Erfahrungsaustausch im Vordergrund stehen. Durch die Erzählungen, Ansichten, Fragen der verschiedenen Teilnehmer sollte jedem die Möglichkeit gegeben werden, alte Gewohnheiten aus neuem Blickwinkel zu betrachten und nicht zuletzt selbst Ideen und Anregungen zu sammeln. Es entwickelte sich auch gleich eine lebhafte Diskussion, vor allem "eingeschworene" DS-Liebhaber hatten viel aus ihrem Fundus zu erzählen (auch Teilnehmer, die sich selbst als "SM-er" betrachten, wussten sehr viel interessantes aus der DS-Schubladebeizutragen!).

Die Rituale spielen sich sowohl im stillen Kämmerlein ab (Die Regeln umfassen hier zB die Nicht-Nutzung des Mobiliars, bestimmte Kleiderordnungen im Haus, uvam), als auch vor den Augen der öffentlichkeit. Nicht jeder geht so weit, sein Spielzeug vor aller Augen an der Leine durch die Stadt zu führen. Auch beste Gentleman-Manier aus dem Knigge lässt sich vor den Augen der nichtsahnenden öffentlichkeit geschickt zu einem sehr schönen DS-Ritual umwandeln, wie man erfahren konnte.

Die Erfahrungen der Stammtischteilnehmer umfassten witzige bis grenzwertige Erlebnisse, die Anleitung zum Fiessein in vielerlei Richtung...

Allen DS-Rituale war gemeinsam: Es kommt immer darauf an, was in den Köpfen der Partner dabei stattfindet. So können DS-Rituale auch verschleißen und an Bedeutung verlieren. Die Erzählungen zeigten, dass die Rituale sich wandeln, gelegentlich vom passiven Part angefochten oder auf ihre Gültigkeit "ausgetestet" werden. Ein DS-Ritual, das vom Aktiven nicht regelmässig überprüft oder beachtet wird, verliert an Sinn und Bedeutung ? es wird vielleicht in gegenseitigem Einverständis fallengelassen, oder durch ein Gespräch neu belebt.

Das Fazit war hier: Rituale machen Spaß, aber auch Arbeit (und das nicht nur für den Passiven). Sie fordern ständige überwachung durch den dominanten Part, wenn sie ernstgenommen werden sollen.

Insgesamt hat die eine Runde von 14 Leuten von ca 21bis 24 Uhr über das Thema diskutiert. Der allgemeine Konsens im abschließenden Blitzlicht war, dass offenere Gespräche und persönlichere Erlebnisberichte als bisher möglich waren, weshalb die kommenden Themenabende auch weiterhin in ungestörterem Rahmen stattfinden sollen.

Der Themenabend fand am 01.04.2005 statt.

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