Schlagabtausch Heidelberg

Der BDSM- und Fetisch-Stammtisch in Heidelberg


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SM und Sicherheit: Vorher

1. Safe, sane and consensual

Immer wieder hört man von diesen Begriffen (auch kurz SSC). Auf unseren Seiten stolpert man das eine oder andere mal über sie. Doch was verbirgt sich genauer hinter dieser "Grundlage des Sadomasochismus"?


2. Kommunikation

Bevor man sich an SM heranwagt, ist es sehr wichtig, daß man sich mit dem Partner gemeinsam austauscht. Gerade bei Anfängern oder Spielpartnern, die sich noch nicht kennen, ist diese Phase sehr wichtig. Miteinander Reden gibt den Partnern die Möglichkeit, sich über Erwartungen, die man an das bevorstehende Spiel knüpft, auszutauschen.

Es gibt für Einsteiger eine Reihe von Möglichkeiten sich an dieses Thema heranzutasten. Man sollte sich Zeit lassen und immer wieder über Gedanken, Ängste und Wünsche sprechen. Hier einige Tips, wie man erste Schritte gemeinsam mit dem Partner machen kann:

  1. Schreibt Euch gegenseitig Geschichten. Durch die erotischen Phantasien des Partners kann man sehr viel über dessen Wünsche lernen

  2. Fangt langsam mit Fesselungen an, fesselt Euch aneinander, um ein Gespühr für das Gefühl bekommt, wie es ist, wenn man gefesselt ist.

  3. Füllt gemeinsam Fragebogen mit verschiedenen Praktiken aus (mag ich, mag ich nicht, mag ich vielleicht), vergleicht die Ergebnisse und sprecht darüber. Praktiken, die beide mögen, kann man langsam austesten.

  4. Wenn Ihr bereits erste Erfahrungen gesammelt habt: nehmt Euch etwas Zeit und schreibt (in 5 Minuten) auf Zettel, was Ihr dabei gefühlt habt (Wenn ich gefesselt bin, fühle ich mich ..., Wenn ich Dich sanft schlage, fühle ich ... etc.) und tauscht danach die Zettel aus. Daraus könnt Ihr viel über den anderen lernen!
Kommunikation und Absprachen ermöglichen beiden Partnern Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen des anderen zu erforschen und besser zu verstehen. Zu wissen, was sich der Partner von einer Aktion erwartet, ist der Schlüssel zu befriedigendem BDSM. Diese Gespräche können dabei durchaus in das Spiel integriert werden. Man kann einen Fragebogen ausfüllen und das Ergebnis zusammen besprechen oder den Bottom verhören, um herauszufinden, worauf er steht und was er erwartet.

Außerdem sollten vor dem Spiel eine Reihe von medizinischen Fragen geklärt werden:


3. Safeword

Vor dem Spiel sollten die Akteure ein Codewort ausmachen, welches den Beteiligten die Möglichkeit gibt, das Spiel zu unterbrechen. Das Safeword ermöglicht es, seinem Partner zu zeigen, daß man mit der Spielsituation nicht zurecht kommt (psychisch oder physisch). Man sollte keine Angst vor der Benutzung des Safewortes haben, sondern es eher als Möglichkeit sehen das Spiel sicherer und dadurch genießbarer für beide zu machen. Es ist für beide Spielpartner keine Schande, wenn das Safeword fällt, das kann auch dem besten Top oder Bottom passieren. Der Grad zwischen zu wenig, genau richtig und zu viel ist sehr schmal, und es kann immer wieder passieren, daß etwas, was in der letzten Session für Höhenflüge gesorgt hat, in der nächsten Session zum Spielabbruch führt. Gerade für unbekannte Spielpartner ist es nicht immer ganz einfach, die Situation genau richtig einzuschätzen, was aber keine Schande oder Blamage ist. Lieber einmal das Safeword zu viel benutzt, als einen schlimmen Absturz erlebt!

Man sollte das Safeword als eine Art Notbremse verstehen, die immer vorhanden ist, aber hoffentlich nie gebraucht wird. Es ist wichtig, daß sich der Bottom darauf verlassen kann, daß der Top das Spiel beim Fallen des Safewords unterbricht, genauso wie sich der Top darauf verlassen muß, daß der Bottom das Safeword auch wirklich nur im Notfall verwendet.

Wenn das Safeword fällt, sind alle Aktionen zu unterbrechen und man fragt den Partner, was los ist. Es kann sein, daß der Bottom eine Fesselung nicht mehr aushält oder daß sich der Top sich mit einer bestimmten Situation überfordert fühlt. Wenn sich die Situation nicht gleich klären läßt, sollte man das Spiel an diesem Punkt unterbrechen und den Partner erst mal in die Arme nehmen und sich um ihn kümmern. Danach sollte man über die mißglückte Situation reden. Kommunikation ist hier sehr wichtig, denn man kann aus solchen Fehlspielen nur lernen.

Es gibt viele Möglichkeiten für ein Safeword. Viele benutzen Wörter wie "Kühlschrank" oder "Telekom", die in keinem Zusammenhang mit einer SM-Situation stehen, damit es auf keinen Fall überhört wird. Andere wiederum verwenden Wörter wie "Gnade" oder den Vornamen des Partners, um die Situation nicht zu zerstören.

Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination mehrerer Safewörter, die auch Ampelsafewörter genannt werden. Hier machen die Partner z.B. folgendes aus:


Auf Parties hat sich übrigens "Mayday" als allgemeingültiges Safeword etabliert.

4. Drogen

Drogen (dazu gehört auch Alkohol!) schränken die Wahrnehmungsfähigkeit beider Spielpartner ein. Deshalb haben Drogen nichts in einer Session verloren! Damit ist nicht das Glas Sekt gemeint, das beide zur Einstimmung trinken, aber nichts ist gefährlicher, als ein betrunkener Top, der nicht mehr weiß, was er tut oder ein zugedröhnter Bottom, der sich selbst überfordert.
Die Folgen können verherend sein, da der Top eventuell in Notfällen die Situation nicht mehr richtig einschätzen und entsprechende Hilfe leisten kann. Der Bottom kann sich selbst zu viel zumuten, was zu schlimmeren Verletzungen oder psychischen Abstürzen (auch erst mehrere Tage nach der Session) führen kann.

5. Information

Es ist wichtig, daß man sich vor einer Aktion über Techniken und Risiken informiert. Nur wer weiß, was er tut und mit seinen Geräten umgehen kann, kann BDSM wirklich sicher praktizieren. Diese Seiten enthalten eine Fülle von Informationen, die Euch auf diesem Weg begleiten sollen.

Zum Abschluß möchte ich noch folgende Texte empfehlen:




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