Schlagabtausch Heidelberg

Der BDSM- und Fetisch-Stammtisch in Heidelberg

Einsteigertips zu Bondage

1. Fesselungsmaterialien

1.1. Seile:

Seile sind für Fesselungen hervorragend geeignet. Sie sollten weich und ca. 0,8 bis 1,2 cm dick sein, um nicht einzuschneiden (Ausname: dünne Seile finden z.B. bei der Genitalbondage Verwendung). Kaufen kann man sie im Baumarkt oder im Segelbedarf.

Folgende Typen von Seilen gibt es:


Bei Fesselungen mit Seilen sollte man immer mehrere Wickelungen machen, um die Belastung zu verteilen. Außerdem sollte man immer darauf achten, daß man immer noch einen Finger unter die Fesselung schieben kann, um sicherzustellen, daß die Fesselung nicht zu eng anliegt.

Bei den Händen bietet sich z.B. die sogenannte "8er-Fesselung" an: erst mehrere Wicklungen um beide Hände und dann mehrmals zwischen den Händen hindurch wickeln. Dies gewährleistet eine Druckverteilung, und die Hände werden so nicht eingequetscht (siehe Bild).
[Bild: gefesselte Hände]


Vorsicht wenn man das Seil wieder abnimmt! Durch die Reibung kann sehr große Hitze auf der Haut entstehen, die sogar zu Verbrennungen führen kann. Das Seil sollte deshalb nie direkt über nackte haut gezogen werden. Langsam und vorsichtig ist hier die Devise.

Aufbewahrung:

Seile sollte man sonnengeschützt an trockenen, kalten Plätzen aufbewahren. Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit können dem Seil schaden und es zersetzen. Richtig aufbewahrtes Seil hält lange. Durch falsche Lagerung hervorgerufene Beschädigungen des Seiles kann man nicht unbedingt erkennen und sie bergen ein Sicherheitsrisiko in sich, da die Seile zum falschen Zeitpunkt reisen können!

Außerdem sollte man die Seile nach jeder Bondage wieder ordentlich aufwickeln - blamiere Dich nicht vor Deinem Partner, weil Du erst einen Wust von Seilen entwirren mußt.

Ein Wort zu Suspension (Aufhängebondage):

Suspensionbondages erfordern viel Erfahrung und technisches Wissen. Anfänger sollte deshalb die Finger davon lassen (besonders von Suspension mit Seilen!). Etwas einfacher sind Suspensionbondages mit Gurtsystemen (z.B. Fallschirmgurt oder Sicherheitsgurt vom Klettern).

1.2. Handschellen:

Von billigen Handschellen sollte man die Finger lassen. Gute Handschellen bekommt man entweder in SM-Läden oder in Waffengeschäften zu kaufen. Sie sind zwar nicht ganz billig (ab ca. 70-80 DM), aber sie lassen sich arretieren (feststellen), was sehr wichtig ist, damit sich die Handschellen während des Spieles nicht enger stellen (kann zu Quetschungen und Verletzungen führen!). Am besten sind die Auführungen, die man mit einem Stift im Schlüssel arretieren kann, da sich Hebel während des Spieles verstellen können und die Handschellen sich trotz Arretierung enger stellen.

Handschellen darf man nicht belasten, da sie einschneiden und damit schlimmere Verletzungen hervorrufen können. Also den Bottom nicht an den Handschellen hinter sich herziehen. Auf gar keinen Fall darf man jemanden an Handschellen aufhängen! Außerdem sollte man es nicht wie die Polizisten im Fernsehen versuchen und die Handschellen gegen das Handgelenk schlagen, um sie anzulegen, da es sehr schmerzhaft ist.

Den Bottom sollte man vorher fragen, ob er gegen Nickel oder Chrom allergisch ist.

Tip: Schweißbänder für die Handgelenke (aus dem Sportgeschäft) eignen sich hervorragend, um Handschellen abzupolstern.

1.3. Hand- und Fußmanschetten

Hand- und Fußfesseln gibt es aus verschiedenen Materialien (Leder, Metall und Latex).
Lederne Hand- und Fußfesseln eignen sich hervorragend für Fesselungsspiele. Die mit Ziegen- oder Wildleder gepolsterten Ausführungen sind am sichersten, da sie nicht auf Nerven oder Blutbahnen drücken (wenn sie nicht zu eng anliegen). Sie sind mit D-Ringen ausgestattet, was eine Fixierung in Kombination mit Karabinerhaken oder Schlössern sehr einfach macht.
Man bekommt sie eigentlich in jedem SM-Geschäft. Gepolsterte Handfesseln gibt es ab 70,- pro Paar, Fußfesseln ab ca. 90,- pro Paar. Es lohnt sich also ein Vergleich, um nicht zuviel "Perversenzuschlag" zu bezahlen!
Latexfesseln eignen sich hervorragend für Naßspiele (SM in der Badewanne :-) ). Man muß jedoch darauf achten, daß Schnallen und Nieten rosten können.
Hand- und Fußfesseln aus Metall sind relativ teuer aber sehr schön. Bei ihnen sollte man darauf achten, daß sie nicht zu eng anliegen.

1.4. Ketten

Mit Ketten lassen sich sehr schöne Bondages machen. Jedoch darf man sie nicht so eng anlegen wie Seile. Da Ketten starr sind üben sie einen stärkeren Druck auf das Gewebe aus und können so leichter zu oben genannten Negativerscheinungen führen.
Beim Kauf sollte man darauf achten, daß die Kettenglieder ordentlich verschweißt sind (damit sie nicht plötzlich aufbrechen) und keine scharfen Kanten haben, an denen sich der Bottom verletzten kann.
Außerdem sollte man auch hier vorher klären, ob der Bottom gegen Chrom oder Nickel allergisch ist.
Ketten lassen sich schön mit Karabinerhaken und Schlössern (darauf achten, daß man wirklich die Schlüssel hat, bevor man die Schlösser schließt!) kombinieren. Außerdem möchte ich hier noch mal an Bolzenschneider und Panikhaken erinnern (erhält man ebenfalls alles im Baumarkt).

1.5. Frischhaltefolie

Fesselungen mit Frischhaltefolie nennt man auch Mummification. Hierbei sollte man darauf achten, daß sich unter der Folie ein Hitzestau entwickelt und der Bottom viel Flüssigkeit verlieren kann. Also muß der Top darauf achten, daß der Bottom ausreichend zu trinken bekommt, wenn die Frischhaltefolie für längere Zeit benutzt werden soll.
Wenn die Folie auch um den Kopf gewickelt werden soll, so muß man darauf achten, daß man genügend große Löcher in die Folie macht, um dem Bottom eine sichere Atmung zu ermöglichen. Außerdem sollte man bei klaustrophobisch (Platzangst) veranlagten Bottoms die Finger von Folien lassen.

1.6. Kabelbinder:

Sie sind mit großer Vorsicht zu genießen, denn einmal angelegt, können sie nur durch Aufschneiden gelöst werden (Vorsicht, daß man den Bottom nicht verletzt!). Außerdem schneiden sie sehr schnell ein, was sie alles in allem eher ungeeignet für Fesselungsspiele direkt auf der Haut macht.
Sie eignen sich jedoch hervorragend, um z.B. Handfesseln zusammenzubinden.

1.7. Panikhaken

Zum Schluß seien noch die sogenannten Panikhaken genannt. Sie lassen sich im Notfall auch unter großer Belastung öffnen und gewährleisten somit eine höhere Sicherheit (falls z.B. der Bottom ohnmächtig wird).
Panikhaken bekommt man in Baumärkten und im Reitsportfachhandel.


eher die Finger sollte man lassen von:

1.8. Seidenschals und Strumpfhosen:

In Filmen sieht man immer wieder, wie die Protagonisten mit Seidenschals oder Strumpfhosen an Betten gefesselt werden.
Diese Materialien sind jedoch absolut ungeeignet für Fesselungsspiele, da sie in die Haut einschneiden und dadurch Schädigungen an den Nerven verursachen können. Außerdem ziehen sich die Knoten sehr schnell zusammen und sind dann nur sehr schwer oder gar nicht mehr zu lösen.
Seidenschals und Stümpfe benutzt man als Augenbinde und nicht als Fesselungsmaterial :-).

1.9. Klebebänder:

Sie können beim Abziehen Haare und sogar Haut abreisen (besonders Gaffatape). Außerdem reagieren manche Menschen allergisch auf den Kleber.

1.10. Wäscheleinen:

Auch dieses Material ist nicht sonderlich gut für Fesselungen geeignet, da Wäscheleinen zu dünn sind und einschneiden.


2. Knoten

2.1. Achterknoten:

Der Achterknoten eignet sich besonders als Ersatz für normale (Hausfrauen-) Knoten, da er symetrisch ist und sich daher lauch nach starkem Zug leicht öffnen läßt. Außerdem ist er dicker als der normale Knoten und kann dadurch nicht so leicht durch Ösen oder Schlaufen rutschen.

so wirds gemacht:
I. [Bild: Achterknoten] II. [Bild: Achterknoten] III. [Bild: Achterknoten]

Knoten als Animation betrachten.

2.2. Kreuzknoten:

Der Kreuzknoten hat zweierlei Verwendungszwecke:

  1. Er dient als Abschlußknoten (z.B. bei Fesselung der Handgelenke), da er sehr fest gezogen werden kann und trotzdem leicht durch Gegeneinanderschieben beider Seilenden geöffnet werden kann.
  2. Man kann ihn auch zum Verbinden zweier Seile verwenden, sollte dabei jedoch darauf achten, daß er nicht diagonal belastet wird, da er sonst auseinanderrutschen kann.

so wirds gemacht:
I. [Bild: Kreuzknoten] II. [Bild: Kreuzknoten] III. [Bild: Kreuzknoten]

Knoten als Animation betrachten

2.3. Häkelknoten:

Der Häkelknoten ist vielseitig einsetzbar und hat den Vorteil, daß er sich schnell mit einem Zug öffnen läßt. Er findet in verschiedenen Bereichen Verwendung: von der einfachen Handfesselung über Zierbondages bis hin zu Suspensionbondages - die Grenzen setzt eigentlich die eigene Phantasie. In die Knoten lassen sich z.B. Haken usw. sehr schön einflechten.
Die Technik an sich ist relativ einfach: Man macht einen Anfangsknoten (Bild I) und führt dann das Seil immer wieder durch die entstehenden Schlaufen und zieht es fest. Das ganze kann man beliebig oft wiederholen und mit anderen Seilen/Haken etc. kombinieren.
Diese Knotentechnik erfordert jedoch etwas Übung, weswegen man erst mal einige Trockenübungen machen sollte, bevor man seine Sub an die Decke hängt :-).

So wirds gemacht (Bilder aus "Screw the Roses Send Me the Thorns"):

I. [Bild: Häkelbondage] II. [Bild: Häkelbondage] III. [Bild: Häkelbondage] VI. [Bild: Häkelbondage]

Hier ein Beispeil: Der Vorteil dieser Fesselung liegt darin, daß sie sich in einem Zug auflösen läßt, indem man an dem mit X markierten Seil zieht.

so wirds gemacht :
I. [Bild: Häkelbondage] II. [Bild: Häkelbondage] III. [Bild: Häkelbondage]
VI. [Bild: Häkelbondage] V. [Bild: Häkelbondage]


2.4. Mastwurf:

Der Mastwurf dient zum Befestigen von Seilen an festen Gegenständen (z.B. Balken, Stangen etc.). Er sollte mit einem einfachen Knoten gesichert werden, damit er sich während der Fesselung nicht lösen kann.

so wirds gemacht:
I. [Bild: Mastwurf] II. [Bild: Mastwurf]





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